→ Unser Prospekt zur Isel
15. Jun 2013

"Wassertexte" der Iselfrauen am Hauptplatz in Lienz

Mitten in Lienz, präsentierten am Samstagvormittag die Iselfrauen ihre „Wassertexte“. Heidrun Siebert, Schauspielerin und Iselfrau, trug Gedichte, Gedanken, Beobachtungen zum Thema Wasser und speziell der Isel vor. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Sängerin Judith Goritschnig und Clemens Herzog am Keyboard. Der Auftrittsort in der Bezirkshauptstadt Lienz wurde bewusst gewählt. Die Frauen sind der Auffassung, dass die Isel nicht nur das Virgental mit seinem umstrittenen Kraftwerksplan betrifft, sondern natürlich alle Iselgemeinden, zu denen auch Lienz gehört.
Mit ihren Texten weisen die Frauen einmal mehr auf die Besonderheit der Isel hin und werben für die Unversehrtheit des Hauptflusses von Osttirol. Die Texte, die von Frauen aus dem Atelier Freiraum bebildert wurden, lagen auch gedruckt als Iselhefte auf. Erlöse aus den freiwilligen Spenden werden im Zeichen des Weltwasserjahres an Erwin Kräutler, Bischof am Xingu weitergegeben. Die Iselhefte sind noch für kurze Zeit im Weltladen erhältlich.

(Weiterer Bericht zu finden auf Dolomitenstadt.)



Zitate aus dem Iselheft:

…Wir lassen dem Wasser, den Sternen den Lauf,
wir wollen nicht sammeln, nicht horten.
Stau, Beton, Speicher und Damm –
Enge liegt schon in den Worten!
…Wir wollen das Schöne den Kindern vererben –
für Leben und Sinn, für´s Weitergeh´n werben!

Hildegard Kindl

Unsere Isel wird im hintersten Umbaltal geboren.
Jung und wild rauscht sie zu Tal. Seit neuestem muss sie beschützt und behütet werden wie ein kleines Kind…
…Es ist für mich wichtig, dass alles Leben an in und um die Isel erhalten bleibt. Vor allem für unsere Kinder…

Monika Unterwurzacher

… Landschaft bedeutet nicht Bewahrung, sondern Veränderung. Zeitlich – dem Jahreslauf folgend. …Wasser ist Lebensgrundlage. Sein Verbrauch ist gut zu überlegen.
Anna Steiner

Wer oder was hilft bei Stress? Anhalten, innehalten, nicht mehr meines Amtes walten. Mich einfach zum Wasser setzen und nicht mehr hetzen!
Christa Berger

Anna Maria Kerber, Ohlmann Rosmarie,Hildegard Kindl, Veronika Kranebitter, Unterwurzacher Monika, uvm.



(weitere Bilder)
 
 
20. Mai 2013

Aktuelles

Auf Wunsch kann die Ö1-Sendung Radiokolleg zum Thema "Grüne Konflikte" von Johannes Kaup (Montag, 06. Mai 2013, © ORF) nachgehört werden.


Weiters gibt es ein paar neue Fotos von der Isel:

 
 
7. Mai 2013

Die Isel hat es wieder in Ö1 geschafft.

Jederzeit auf oe1.orf.at nachhören: Radiokolleg berichtet über "Grüne Konflikte", als Beispiel die Wasserkraftnutzung im Virgental.

Außerdem lädt die Naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft Osttirol (NAGO) zu einem Vortrag von Mag. Helmut Kudrnovsky:

Mittwoch, 08.05.2013: Die Deutsche Tamariske und die grenzenlose Freiheit alpiner Fließgewässer?

Die Deutsche Tamariske ist eine bedeutende Indikatorpflanze für naturnahe Fließgewässer der Bergregionen mit ausgeprägten Sand- und Schotterstrukturen. Durch anthropogene Veränderungen der Hydromorphologie sind potenzielle Standorte der Art in den Alpen inzwischen sehr selten geworden. Aktuelle Vorkommen der Deutschen Tamariske in den Alpen vermitteln somit auch ein Bild der Naturnähe alpiner Fließgewässer.

Gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU stehen Fließgewässer mit naturnaher Flussmorphologie und -dynamik und ihrer natürlichen Ufervegetation auf der Liste der Lebensraumtypen von europäischem gemeinschaftlichem Interesse. Das Ziel dieser Richtlinie ist es, mit Hilfe des Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerkes den günstigen Erhaltungszustand der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse zu bewahren oder wiederherzustellen.

Der Vortrag des anerkannten Tamarisken-Experten Mag. Helmut Kudrnovsky behandelt aktuelle Forschungsergebnisse zu Ökologie und Verbreitung der Deutschen Tamariske in den Alpen und klärt fundiert zum Thema Natura 2000 auf.


Der Vortrag findet im Wirtschaftspark Osttirol, Seminarraum Drau (Erdgeschoss; Amlacherstraße 12, 9900 Lienz) statt und beginnt pünktlich um 19.30 Uhr.

 
 
2. Feb 2013

Natura 2000

Ass.-Prof. r. Luise Ehrendorfer-Schratt äußert sich zu den Aussagen von Landesrat Pupp über Natura 2000:

„Land Tirol hat seine Hausaufgaben bei Natura 2000 gemacht“
Anknüpfend an einen Einwurf von Herrn Hofrat Kapeller habe ich Ihnen meine Erfahrungen als internationale Expertin des European Topic Centre of Nature Conservation bei den Ausweisungen von Natura 2000-Gebieten mitgeteilt. Ich wiederhole nochmals, dass sich der Tiroler Vertreter äußerst abwehrend gegenüber der Ausweisung von Natura 2000-Gebieten verhalten hat. Wenn Sie meinen Schilderungen nicht glauben können, so fragen Sie bitte beim European Topic Centre nach. Ich denke, dass man sich dort sehr gut erinnern wird.

„Das Land Tirol hat in beiden Fällen gute Argumente, die gegen die Unterschutzstellung sprechen.“
Mir sind mittlerweile mehrere Fälle bekannt, in denen qualitativ unzureichende Gutachten die Argumente für weitreichende Entscheidungen im Tiroler Naturschutz stellen bzw. stellten. Aus welchen Gründen und unter welchen Umständen solch mangelhafte Entscheidungsunterlagen entstehen können, kann ich nur mutmaßen und soll daher an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Um unangreifbare Verfahrensverläufe zu sichern, sind jedenfalls unangreifbare Fachgutachten Voraussetzung. Sie sind erst kurz im Amt und müssen sich als Jurist auf naturschutzfachliche Beratung verlassen können. Die ist offensichtlich nicht immer in ausreichendem Maße gegeben, wie im übernächsten Absatz zur Deutschen Tamariske aufgezeigt werden soll.

„Im Falle der deutschen Tamariske an der Isel hat es schon einmal ein Vertragsverletzungsverfahren gegeben, das letztlich eingestellt wurde.“
Nach meinem Wissensstand wurde das Vertragsverletzungsverfahren nicht eingestellt sondern zurückgezogen, um nach abermaliger Bearbeitung der naturschutzfachlichen Grundlagen eine neuerliche Bewertung vorzunehmen.

„Der betroffene Lebensraum [der Deutschen Tamariske, Anm.] steht österreichweit sogar in höherem Ausmaß unter Schutz, als dies in der EU sonst üblich ist, ...“
Zwar trifft zu, dass am Tiroler Lech nach Renaturierungsmaßnahmen wieder vitale Bestände der Deutschen Tamariske gedeihen, wie sie innerhalb der Europäischen Union sonst nur mehr an einigen Flüssen Norditaliens am Südfuß der Alpen vorkommen. Was aber nicht gesagt wird, und was im Zusammenhang mit Natura 2000 der springende Punkt ist: trotz des dramatischen Rückgangs der Deutschen Tamariske verfügt das Alpenland Österreich noch immer über einige der größten Bestände dieser Gebirgspflanze. Unter den Staaten der Europäischen Union ist Österreich damit hauptverantwortlich für den Erhalt der Art und ihres Lebensraums in den Ostalpen. Für einen repräsentativen Schutz der Deutschen Tamariske reicht es keineswegs aus, alleine die Nordalpen-Population am Lech über karbonatischen Substraten zu bewahren. Um die Variabilität des Lebensraumtyps der Art abzudecken, ist es unbedingt erforderlich, auch die Zentralalpen-Populationen Osttirols über silikatischen Substraten zu erhalten. Innerhalb Österreichs kann Tirol die Verantwortung auf kein anderes Bundesland abwälzen: In Vorarlberg, Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich und Wien ist die Deutsche Tamariske als Folge von Flussregulierungen ausgestorben, und die ihrerseits schutzwürdigen primären Populationen in Kärnten und Steiermark befinden sich vielfach am Rande ihrer Existenz. Die aktuelle Verbreitung der Art und ihrer Lebensräume in Österreich ist somit gegenüber der historischen Situation vor etwa 100 Jahren äußerst fragmentiert. Wegen der massiven Einengung des ehemaligen Verbreitungsgebietes besitzen alle erhaltenen österreichischen Populationen höchste naturschutzfachliche Bedeutung für den Ostalpenraum.
Die Aussage, dass der Lebensraum der Deutschen Tamariske österreichweit sogar in höherem Ausmaß unter Schutz stehen soll, als dies in der EU sonst üblich ist, kann ich nicht nachvollziehen. Außer diese Aussage sollte flächenmäßig zu interpretieren sein. Aber wo anders, als in ihren Hauptverbreitungsgebieten, könnten Schutzgüter geschützt werden?

Zuletzt noch eine Meldung von Radio Unterland (Radio U1). Die Textstelle zeigt nach meinem Empfinden in entlarvender Weise auf, wie es um das Image des Naturschutzes in Tirol steht:
"Der zuständige SPÖ Landesrat Thomas Pupp sieht das naturgemäß anders."
Ich werte die Formulierung dieser Meldung als Zeichen dafür, dass viele Tiroler Bürgerinnen und Bürger aufgrund jahrelanger Usancen davon ausgehen, dass sich der für Naturschutz zuständige Landesrat naturgemäß(!) NICHT für Naturschutz engagiert. Sehr geehrter Herr Landesrat, Sie befinden sich seit kurzem in der Position, diese Grundstimmung umzukehren!

Vollständigen Brief lesen

 
 
27. Nov 2012

paradIsel



paradISEL - der Kalender der Iselfrauen ist da!

Erhätlich in allen Filialen der Bäckerei Joast
Achtung - limitierte Auflage!

Mittlerweile leider vergriffen!


„Wir hatten die spontane Idee eines Kalenders, der die Schönheit und Einzigartigkeit der Isel darstellt, denn dieses Thema wird uns auch noch die nächsten Jahre begleiten!“ So stellten die Iselfrauen – allen voran Anna Maria Kerber, Regina Köll und Heidrun Siebert – den in nur sechs Wochen entstandenen Jahresbegleiter „ParadIsel“ vor. Er soll nicht nur das Anliegen der Aktivistinnen, die sich für den Erhalt des letzten freifließenden Gletscherflusses und gegen den Bau der geplanten Kraftwerke einsetzen, transportieren, sondern gehörig positive Werbung für das Naturparadies machen. (Artikel zum Kalender weiterlesen auf Dolomitenstadt.at)
 
 
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Die Gemeinden Virgen und Prägraten planen um insgesammt 144 Mio. € (Preisbasis und Stand 2011) ein Kraftwerk, wobei der Großteil der Isel, dem letzten freifließenden Gletscherfluss der Alpen, für über 15km ausgeleitet werden soll. Wir von der Bürgerinitiative sind pro Isel und gegen das Kraftwerk Virgental, oder wie es von der PR-Firma umbenannt wurde "Kraftwerk Obere Isel".