→ Unser Prospekt zur Isel
25. Jul 2012

"Stoanmandl" für Umweltminister

Gestern überreichten wir dem Umweltminister Nikolaus Berlakovich ein "Stoanmandl" als Erinnerung an die freifließende Isel:



Von der Radio Tirol Sommerfrische an den Umbalfällen gibt es übrigens auch einen Videobericht in der ORF TVthek.
 
 
21. Jul 2012

Energiewohlstand ohne neue Wasserkraft [mit Video]

Am Donnerstag, dem 12. Juli, hielt Ernst Ulrich von Weizsäcker seinen Vortrag „Energiewohlstand ohne neue Wasserkraft“ im randvollen Kesslerstadel in Matrei in Osttirol.

„Natürlich braucht der Mensch Energie. Und natürlich soll's keine Atomenergie und immer weniger Kohle sein. Aber wir können lernen, fünfmal so effizient mit der verfügbaren Energie zu wirtschaften. Dann reicht die vorhandene Kapazität, und man kann sogar noch exportieren.“

So lautet das Credo des anerkannten Wissenschaftlers und ehemaligen Bundestagsabgeordneten, der zahlreiche Preise und Publikationen bekommen hat.
Unsere fortschrittliche Gesellschaft hat sich immer tiefer in das Ökosystem unserer Erde eingemischt, ohne sich Gedanken über die Auswirkungen zu machen, wie z.B. dem Klimawandel. Herr Weizsäcker erklärte uns, dass der Mehraufwand an Energie in Zukunft (fast) nur mehr durch Einsparung und effiziente Nutzung gedeckt werden muss. Diese Einsparung würde 70% der in Zukunft benötigten Energie betragen, ohne dass es den eigenen Wohlstand merklich verändert.

„Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, die Energieeffizienz steigern und weg von der Bereitstellungspolitik, dazu ist aber ein Umdenken nötig“.

Vor allem im Bereich der thermischen Isolierung unserer Häuser kann 90% Energie durch einfache Isolierungsmaßnahmen eingespart werden.
In der Logistik und im Straßenverkehr kann man durch kürzere Wege während der Produktion und zum Verbraucher die Effizienz enorm verbessern. Unsere Lebensmittel etwa machen viele unnötige Wege. Wenn wir diese verkürzen würden, hätten wir nicht nur die Effizienz verbessert, sondern würden auch frischere Produkte erhalten.
In der Industrie besteht neben vielen anderen Möglichkeiten des Energiesparens auch im Recycling noch viel Potential, durch das umweltschädlicher Bergbau minimiert werden kann.
Neue Stromspeichertechnologien haben heute schon bei der Größe eines Logistikcontainers eine Kapazität von 2MWh und können ortsungebunden eingesetzt werden. Diese könnten in naher Zukunft Pumpspeicherkraftwerke ersetzen.
Selbst wenn diese und weitere Maßnahmen umgesetzt werden, muss darauf geachtet werden, dass die Effizienzsteigerung nicht zum Mehreinsatz der energiesparenden und kostengünstigeren Technologie und somit zur Verschwendung der Energie führt. (Reboundeffekt)
Wichtig ist deshalb die richtige Preispolitik bei der Energie: Denn wenn der Strompreis gleich schnell wie die Effizienzsteigerung steigen würde, zahlen die Bürger unterm Strich immer das gleiche, auch für Industriebetriebe wäre aber ein Anreiz gegeben möglichst energie- und ressourceneffizient zu produzieren und so für einen sinkenden Energiekonsum zu sorgen.
Eine Übergangslösung wird zurzeit in der Stadt Hannover erfolgreich umgesetzt: Jedem Bürger steht eine gewisse Menge an günstiger Energie zur Verfügung, bei Mehrverbrauch steigt der Preis empfindlich an.
In den USA zielt das Konzept des Least Cost Planning darauf ab, die Kosten der Energiedienstleistung zu minimieren, indem die Energieversorgungsunternehmen Energiesparmaßnahmen initiieren und unterstützen.
Die großen Gewinner wären wir alle, wir werden unabhängiger, es werden mehr Arbeitsplätze im Bereich Energiesparen, Altbausanierung und erneuerbarer Energie vor Ort geschaffen.
Wir können auf günstige Energie zugreifen, sofern wir nicht zu viel verbrauchen, und können sogar überschüssige Energie exportieren.
Der größte Gewinner ist auch die Natur, die Landschaft, die naturbelassenen Flüsse, die wir unberührt unseren Nachkommen hinterlassen können.

Zusammen mit Konzepten, wie etwa dem kürzlich neu eröffneten NaturKraftWeg Umbalfälle, von dem wir sehr begeistert sind, müsste es gelten (früher oder später) diesen Weg einzuschlagen. Auf jeden Fall finden wir es äußerst kurzsichtig die nächsten 50-100 Jahre mit einem so fragwürdigen Kraftwerk zu verplanen, während Ressourcen- und Energiepolitik kurz vor einer neuen Wende stehen.



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16. Jul 2012

Brisante Erkenntnisse nach der Volksbefragung

Am Freitag, dem 29. Juni, fand im Virger Pfarrsaal das Iselforum zum Thema Wirtschaftlichkeit statt. Als Referenten eingeladen waren Herr DI Dr. Jürgen Neubarth (e3 consult) aus Innsbruck, der das Thema „Perspektiven zum Wasserkraftwerk Obere Isel“ erläuterte, sowie Herr Alois Haider (Haider Beratung GmbH), der das Kraftwerksprojekt finanzwirtschaftlich durchleuchtete.

Laut Haider liegen die größten Risiken in der Nichtgenehmigung des Kraftwerkes, in der Geologie beim Stollenbau sowie in der Strompreisentwicklung. Interessant zu hören war, dass derzeit zu viel Strom im Netz sei, im Sommer gebe es eine regelrechte Überproduktion. Jegliche Prognose betreffend Strompreisentwicklung sei höchst unsicher, da diese an der Börse gehandelt wird.

Gerhard Langer: „Der Markt ist europaweit da und der Markt regelt den Preis.“

Es wird weiterhin fieberhaft nach einem Finanzier gesucht.
Da das geplante Kraftwerk viel zu teuer für die Virgentaler Gemeinden ist, suchen die Bürgermeister jemanden, der die Finanzierung übernimmt. Wie bereits bekannt, hat das Land die Ausfallshaftung bisher nicht übernommen. Dennoch wollen es die Projektwerber erneut versuchen.

Dietmar Ruggenthaler: „Wir sind auf der Suche nach Jemanden der die Ausfallshaftung in der Höhe von 7 Mio. € übernimmt, ansonsten wird das Projekt in dieser Phase stehen.“

Bis jetzt sind 1,3 Mio. € Kosten entstanden.
Bis Ende Juni 2012 sind 1,3 Mio € ins Projekt geflossen. Nun soll eine Projektgesellschaft gegründet werden, die diese Kosten zu 100% übernimmt. Die Gemeinden müssen ihrem Anteil entsprechend für die bisherigen Kosten aufkommen. Jetzt könnten die Gemeinden noch ohne großen Schaden zu erleiden aus dem gesamten Projekt aussteigen. Sobald die Gemeinderäte die Gesellschaftsgründung aber beschließen und die Verträge unterzeichnet sind, wird das Geld fällig.

Gerhard Langer (Geschäftsführerpartner INFRA): „Die Projektkosten, die angefallen sind, hat INFRA finanziert und werden in die Gesellschaft eingebracht.“

Die Gemeinden müssen 9 Mio. € in die Gesellschaft einbringen.
Die Gesellschaftsgründung soll in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Bisher war immer die Rede davon, dass die Gemeinden die Hälfte der Planungsgesellschaft halten. Jetzt sollen es von Anfang an nur mehr 25 % sein. Um die Planung überhaupt finanzieren zu können, geben die Gemeinden also vorzeitig Anteile ab. Das bedeutet, die Gemeinden haben von Beginn an wenig mitzureden. Das Eigenkapital der Gesellschaft soll 36 Mio. € betragen. Ein Viertel davon, 9 Mio. €, müssen die Gemeinden aufbringen.

Auch ein auswärtiger Energiekonzern wird von den Bürgermeistern nicht ausgeschlossen.
Da die Gemeinden nur mehr ein Viertel halten, braucht es neben der Firma INFRA einen weiteren Finanzier, nämlich ein Energieversorgungsunternehmen. Eine internationale Ausschreibung wird dabei nicht ausgeschlossen.
Aus unserer Sicht ist es höchst fahrlässig, auswärtigen Stromkonzernen unser öffentliches Wasser feilzubieten. Wer das Geld hat, hat das Sagen! Das Kraftwerk ist zu teuer, die Gemeinden können sich das Projekt selber nicht leisten. Falls die Bürgermeister niemanden finden, der die Finanzierung ab 31. März 2013 übernimmt, soll das Projekt ruhend gestellt werden.

Nach Abzug der Steuern bleibt den Gemeinden wenig über.
Die angepriesenen 200.000 €, die die Gemeinden als Zinsausschüttungen jährlich erhalten, müssen mit 25 % versteuert werden. Das heißt, den Gemeinden bleiben nur mehr
150.000 €, die sie verwenden können.
Außerdem fließen diese vorzeitigen Zinsausschüttungen nur, wenn zuerst die Bank bedient wurde. Sollte das Projekt also teurer kommen als geplant oder der erhoffte Strompreis nicht erzielt werden, gibt es in den ersten Jahren keinen Cent für die Gemeindekassen.

Adolf Berger: „Welchem Steuersatz unterliegen die 400.000 €, die die Gemeinden bekommen?“
Gerhard Langer: „25%. Leider!“



Nach der Volksbefragung kommt die Wahrheit langsam ans Licht. Von den viel angepriesenen 200.000 € bleiben nur drei Viertel übrig, die Gemeinden müssen schon vorzeitig ihre Mitbestimmung aus der Hand geben und bei der Ausschreibung wird wohl ein auswärtiges Energieunternehmen Höchstbieter sein, welches dann die Geschicke lenken wird.

 
 
15. Jul 2012

Homepage erneuert

Wie wahrscheinlich schon bemerkt worden ist, haben wir unserer Homepage eine Aktualisierung spendiert; Angefangen bei Kleinigkeiten bis hin zu größeren Sachen:

Unter Andere Aktionen haben wir eine Petition von Flüsse voller Leben gestellt.
Und unter Downloads gibt es etwas komplett neues, nämlich schöne Hintergrundbilder.

Viel Spaß beim Entdecken!

 
 
10. Jul 2012

Empfehlenswerter Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker



Energiewohlstand ohne neue Wasserkraft
Donnerstag, 12. Juli 2012, 20.00 Uhr, Kesslerstadl in Matrei in Osttirol

Natürlich braucht der Mensch Energie. Und natürlich soll's keine Atomenergie und immer weniger Kohle sein. Aber wir können lernen, fünfmal so effizient mit der verfügbaren Energie zu wirtschaften. Dann reicht die vorhandene Kapazität, und man kann sogar noch exportieren.

Zur Person Ernst Ulrich von Weizsäcker:

  • Geboren 1939, Sohn des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker.
  • Studienabschlüsse in Physik und Biologie. Universitäre Karriere, Leitung diverser Institute und wissenschaftlicher Zentren mit Schwerpunkt Umweltpolitik, u.a. Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie (1991 – 2000).
  • Funktionen in und für die SPD, u. a. Bundestagsabgeordneter 1998 – 2005 (während dieser Zeit Vorsitzender Enquetekommission Globalisierung und Vorsitzender des Umweltausschusses).
  • Mitglied des Club of Rome, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der World Academy of Art and Science.
  • Zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen.
  • Erfolgsbuch „Faktor Fünf – Die Formel für nachhaltiges Wachstum“.

(Foto: James Badham)

Wir empfehlen allen, die die Möglichkeit haben, zu kommen!
 
 
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Die Gemeinden Virgen und Prägraten planen um insgesammt 144 Mio. € (Preisbasis und Stand 2011) ein Kraftwerk, wobei der Großteil der Isel, dem letzten freifließenden Gletscherfluss der Alpen, für über 15km ausgeleitet werden soll. Wir von der Bürgerinitiative sind pro Isel und gegen das Kraftwerk Virgental, oder wie es von der PR-Firma umbenannt wurde "Kraftwerk Obere Isel".