→ Unser Prospekt zur Isel
Ich habe auf dieser Seite gesehen, dass die Emotionen recht hochkochen. Völlig richtig. Aber lassen wir doch einmal für nur 5 Minuten diese gefühlsmässigen Regungen ausser Acht und rechnen doch mal, denn Fakten (durch Zahlen belegte Tatsachen) lügen normalerweise nicht.

Wasser:
Das Jahr hat 31.536.000 Sekunden (60 x 60 x 24 x 365).
Das neue Kraftwerk benötigt 15 m³ Wasser pro Sekunde.

Dies sind im Jahr also 473.040.000 m³ Wasser.

Laut http://www.wasser-osttirol.at/media/m_mitt_isel_hib_gr.jpg (und wir glauben die Zahlen einfach einmal) liegt aber der maximale Wasserdurchfluss der Isel weit darunter, bei etwa 165.500.000 m³.

Es stellt sich nun die Frage, wo denn bitteschön der Rest von 305.000.000 m³ herkommen soll. Aus der Isel alleine wohl kaum. Was steht denn sonst noch zur Verfügung? Es ist also anzunehmen, dass nach der Fertigstellung der Anlage ein Erweiterungsbau fällig wird, um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden.

Kosten:
Die Gesamtkalkulation beläuft sich im Moment auf 144 Mio. Euro (+/- 20%). Gut. Hat irgendjemand von Euch in den letzten Jahren auch nur ein öffentliches Projekt erlebt, dass nicht nach recht kurzer Zeit finanzell völlig aus dem Ruder lief?

Ein Beispiel dazu.
Hier in Köln hatte man vor ein paar Jahren die grandiose Idee, eine neue U-Bahn-Verbindung (Nord-Süd-Verbindung) zu bauen. Kostenpunkt 480 Mio. Euro.
Nach noch nicht einmal der halben Bauzeit kam die Nachkalkulation. Neuer Preis für dieses Ding: 950 Mio. Euro. Ein paar Monate später die Nach-Nachkalkulation. Neue Kosten: 1,2 Milliarden Euro. Und das Projekt ist noch lange nicht fertiggestellt.
Übrigens: die Kosten für den Einsturz des Stadtarchivs und die Folgekosten für die Wiederherstellung der beschädigten Unterlagen sind noch nicht einmal ansatzweise überschaubar, man redet von etwa 40 Jahren Zeitbedarf für die vollständige Wiederherstellung des Archivs und Kosten in Höhe von etwa 4 Milliarden Euro.

Auf Basis dessen seien wir fair und und ziehen die Kraftwerksbaukosten auf 250 Mio. Euro hoch. Stellt sich die Frage, ob die beiden Gemeinden überhaupt in der Lage sind, die doppelte finanzielle Belastung aufzubringen. Wenn nicht, übernimmt die Tiwag die Zusatzkosten, aber der Beteiligungsanteil der Gemeinden sinkt natürlich von 25% auf 12,5%.

Da sich aber die Kosten nun fast verdoppelt haben, steigt natürlich der Zeitraum, in dem das Kraftwerk mal Gewinne einfährt, auf das fast doppelte (nicht 20 Jahre, sondern 40 Jahre)

Sollte nun aber auch die oben beschriebene Wasserdurchflussmenge nicht verfügbar sein, und dies ist sie ja wohl nicht, kommt nicht genug Ertrag in die Kasse, und dies heisst, das die Finanzierungszeiten des Kraftwerks sich noch einmal auf nicht kalkulatorisch erfassbare Zeiten verlängert (nicht 40 Jahre, sondern möglicherweise 60 oder 70 Jahre).

Unter welcher Gesellschaftform soll das Kraftwerk betrieben werden?
Ich weiss in Moment nicht, ob es in Österreich so etwas wie eine GmbH gibt, nehme es aber mal an. Nun gibt es einen sehr miesen Trick, um einen lästigen Partner aus einer solchen Gesellschaft heraus zu kegeln:
man erhöht das Stammkapital so lange, bis der Partner nicht mehr mithalten kann. Man übernimmt die freiwerdenden Anteile, die anteiligen Schulden aus der nun ehemaligen Partnerschaft muss der ehemalige Partner abe nach wie vor bezahlen.
Das heisst im Klartext: die Tiwag erhöht irgendwann das Stammkapital so lange, bis die Gemeinden nicht mehr mithalten können. Die Tiwag übernimmt die Anteile, aber die Schulden, die bisher die beiden Gemeinden zu stemmen hatten, bleiben auch weiterhin zu bezahlen, auch wenn sie nicht mehr in der Betreibergesellschaft drin sind.
Es ist sehr wohl anzunehmen, dass die Tiwag solche Massnahmen in der Vergangenheit durchgezogen hat und dies auch in Zukunft tun wird.

An die Herren Bürgermeister ist der dringende Appell zu richten, sich bitte SEHR GENAU zu überlegen, ob man die Gemeinden in ein solches nicht zu kalkulierendes Abenteuer mit mehr als ungewissem Ausgang führt.




Peter Kaesemann, Köln
Es wird nicht leicht sein, mit Technokraten zu streiten, „sie kennen den Preis von allem und den Wert von nichts“. So befand Horst Stern schon vor einer Generation, als die inzwischen noch viel ungehemmtere Ausbeutung der Natur noch gar nicht abzusehen war. Umso mehr aber müssen wir uns heute dagegenstellen, dass bloßer materieller Nutzen als das letzte Maß aller Dinge gilt.
Euer Einsatz für Unwiederbringliches ist großartig!

Wolfgang Retter, Lienz
Für mich gehören die Umbalfälle und der Geltscherbach zu den Hohe Tauen Nationalpark dazu. Und ich würde mich freuen, wenn dieses einzigartige Naturschauspiel erhalten bleibet und es als Teil der Erlebniswelten Krimmler Wasserfälle und das Nationalparkhaus erhalten bleibt. Ich denke auch das man in Zukunft der Gestaltung der Gemeinden rund um mehr Chancen geben muss, sich auch neuen Geschäftsideen und Engagement zu widmen.
Vorallendingen den natürlichen Lebensraum erhalten und zum Beispiel viel mehr das Bergsteigen und die Erlebniswelt Hohe Tauern einbinden und Kinderfreundlicher und Familienoffen zu gestalten. Das wäre das ware Exportgut, anstatt einen Gletscher in einem Stausee zu ertränken und damit auch seine Wasserqualität zu verlieren und dem Tierreich seine Lebensgrundlage zu entziehen.
Ada Bauer-Weiskopf, Feldkirch
Seit nunmehr 15! Jahren verbringe ich, mit meiner Frau und unseren zwei Kindern, einen unserer Urlaube in Virgen. Während dieser Zeit haben wir sicher einen ordentlichen fünfstelligen Betrag im Virgental gelassen (Gastronomie, etc.). Als Wanderer, und vor allen Dingen als Paddler, bin ich schockiert über die Kraftwerkspläne. Werden Diese realisiert, werden wir, schon aus Protest, unseren Urlaub nicht mehr in Osttirol verbringen!
Ingo Ebel, Mannheim
Obwohl "nur" Wienerin, bin ich mit den Gegebenheiten in Prägraten durch familiäre Bindungen bestens vertraut. Wenn man einen Ort und damit eine ganze Region, die vom Fremdenverkehr lebt, durch ein waghalsiges Projekt von fragwürdigem Nutzen mutwillig zerstört, muss man wohl mehr als kurzsichtig sein. Die Umbalfälle wurden durch Bürgerproteste geretten, hoffentlich setzt sich auch in diesem Fall der gesunde Menschenverstand durch!
Monika Kleinertz Pramerg 12/21, 1090 W i e n
Die Gemeinden Virgen und Prägraten planen um insgesammt 144 Mio. € (Preisbasis und Stand 2011) ein Kraftwerk, wobei der Großteil der Isel, dem letzten freifließenden Gletscherfluss der Alpen, für über 15km ausgeleitet werden soll. Wir von der Bürgerinitiative sind pro Isel und gegen das Kraftwerk Virgental, oder wie es von der PR-Firma umbenannt wurde "Kraftwerk Obere Isel".