→ Unser Prospekt zur Isel
Liebe Bürger vom Virgental, ich war schon öfters in eurem schönen Tal - kämpft mit allen Kräften gegen die Errichtung dieses Kraftwerkes.
Wir in Ramingstein treten in diesen Tagen den Kampf gegen das Murkraftwerk in Kendlbruck (Salzburg AG)an.
Bei uns wollen einige Wahnsinnige ein Ausleitungskraftwerk (Stollenlänge 8 Kilometer) errichten. Damit würde 3 Ortschaften (Madling, Ramingstein und Kendlbruck) die Lebensader entzogen.
Johann Mueller, Ramingstein/Lungau
Ich habe auf dieser Seite gesehen, dass die Emotionen recht hochkochen. Völlig richtig. Aber lassen wir doch einmal für nur 5 Minuten diese gefühlsmässigen Regungen ausser Acht und rechnen doch mal, denn Fakten (durch Zahlen belegte Tatsachen) lügen normalerweise nicht.

Wasser:
Das Jahr hat 31.536.000 Sekunden (60 x 60 x 24 x 365).
Das neue Kraftwerk benötigt 15 m³ Wasser pro Sekunde.

Dies sind im Jahr also 473.040.000 m³ Wasser.

Laut http://www.wasser-osttirol.at/media/m_mitt_isel_hib_gr.jpg (und wir glauben die Zahlen einfach einmal) liegt aber der maximale Wasserdurchfluss der Isel weit darunter, bei etwa 165.500.000 m³.

Es stellt sich nun die Frage, wo denn bitteschön der Rest von 305.000.000 m³ herkommen soll. Aus der Isel alleine wohl kaum. Was steht denn sonst noch zur Verfügung? Es ist also anzunehmen, dass nach der Fertigstellung der Anlage ein Erweiterungsbau fällig wird, um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden.

Kosten:
Die Gesamtkalkulation beläuft sich im Moment auf 144 Mio. Euro (+/- 20%). Gut. Hat irgendjemand von Euch in den letzten Jahren auch nur ein öffentliches Projekt erlebt, dass nicht nach recht kurzer Zeit finanzell völlig aus dem Ruder lief?

Ein Beispiel dazu.
Hier in Köln hatte man vor ein paar Jahren die grandiose Idee, eine neue U-Bahn-Verbindung (Nord-Süd-Verbindung) zu bauen. Kostenpunkt 480 Mio. Euro.
Nach noch nicht einmal der halben Bauzeit kam die Nachkalkulation. Neuer Preis für dieses Ding: 950 Mio. Euro. Ein paar Monate später die Nach-Nachkalkulation. Neue Kosten: 1,2 Milliarden Euro. Und das Projekt ist noch lange nicht fertiggestellt.
Übrigens: die Kosten für den Einsturz des Stadtarchivs und die Folgekosten für die Wiederherstellung der beschädigten Unterlagen sind noch nicht einmal ansatzweise überschaubar, man redet von etwa 40 Jahren Zeitbedarf für die vollständige Wiederherstellung des Archivs und Kosten in Höhe von etwa 4 Milliarden Euro.

Auf Basis dessen seien wir fair und und ziehen die Kraftwerksbaukosten auf 250 Mio. Euro hoch. Stellt sich die Frage, ob die beiden Gemeinden überhaupt in der Lage sind, die doppelte finanzielle Belastung aufzubringen. Wenn nicht, übernimmt die Tiwag die Zusatzkosten, aber der Beteiligungsanteil der Gemeinden sinkt natürlich von 25% auf 12,5%.

Da sich aber die Kosten nun fast verdoppelt haben, steigt natürlich der Zeitraum, in dem das Kraftwerk mal Gewinne einfährt, auf das fast doppelte (nicht 20 Jahre, sondern 40 Jahre)

Sollte nun aber auch die oben beschriebene Wasserdurchflussmenge nicht verfügbar sein, und dies ist sie ja wohl nicht, kommt nicht genug Ertrag in die Kasse, und dies heisst, das die Finanzierungszeiten des Kraftwerks sich noch einmal auf nicht kalkulatorisch erfassbare Zeiten verlängert (nicht 40 Jahre, sondern möglicherweise 60 oder 70 Jahre).

Unter welcher Gesellschaftform soll das Kraftwerk betrieben werden?
Ich weiss in Moment nicht, ob es in Österreich so etwas wie eine GmbH gibt, nehme es aber mal an. Nun gibt es einen sehr miesen Trick, um einen lästigen Partner aus einer solchen Gesellschaft heraus zu kegeln:
man erhöht das Stammkapital so lange, bis der Partner nicht mehr mithalten kann. Man übernimmt die freiwerdenden Anteile, die anteiligen Schulden aus der nun ehemaligen Partnerschaft muss der ehemalige Partner abe nach wie vor bezahlen.
Das heisst im Klartext: die Tiwag erhöht irgendwann das Stammkapital so lange, bis die Gemeinden nicht mehr mithalten können. Die Tiwag übernimmt die Anteile, aber die Schulden, die bisher die beiden Gemeinden zu stemmen hatten, bleiben auch weiterhin zu bezahlen, auch wenn sie nicht mehr in der Betreibergesellschaft drin sind.
Es ist sehr wohl anzunehmen, dass die Tiwag solche Massnahmen in der Vergangenheit durchgezogen hat und dies auch in Zukunft tun wird.

An die Herren Bürgermeister ist der dringende Appell zu richten, sich bitte SEHR GENAU zu überlegen, ob man die Gemeinden in ein solches nicht zu kalkulierendes Abenteuer mit mehr als ungewissem Ausgang führt.




Peter Kaesemann, Köln
Großes Lob an diejenigen Bürger die sich offen alteingesessen Dorfkaisern, und solchen die es noch werden wollen, in den Weg stellen und aktiv den Erhalt unserer Naturschätze fordern. Eine Flusslandschaft wie die der Isel protestlos Energiekonzernen und dessen Handlangern zu überlassen wäre eine Schande für den gesammten Bezirk. Wasserkraft und Naturschutz müssen nicht zwingend Gegensätze bilden, aber in diesem konkreten Fall kann von Raubbau an der Natur gesprochen werden. Die Isel für Euros und Gigawatt zu opfern wäre ein weiteres Beispiel für den grenzenlosen und skrupellosen Drang der Menschen nach mehr, mehr vermutlich für nur wenige die sich an solchen Projekten berreichern wollen, bzw. können. Warum ist man nicht froh über die Tatsache, dass das Iseltal eine der letzten, mehr oder weniger, naturbelassenen Gegenden in der Alpen ist, die es wert ist zu schützen? Natürlich benötigen wir alle Energie um unser gewohntes Leben führen zu können, aber um welchen Preis? Das geplante Iselkraftwerk ist womöglich ein Tropfen auf den heißen Stein der Energieproblematik die uns zwangsläufig betreffen wird, jedoch nicht die Lösung! Mich als interessierter "Auslandsosttiroler" freut es jedenfalls zu hören und zu lesen wenn sich die direkt betroffene Bevölkerung zusammenschließt um den Abverkauf unserer Heimat zu stoppen! Weiter so, auf dass die Isel noch lange ihrern natürlichen Weg Richtung Süden fließen darf!!!
Thomas Wibmer, Graz/Matrei
Die unbeschreibliche Landschaft im Virgental muss erhalten bleiben. Es ist nicht nötig bei den schon vorhandenen Kraftwerksleistungen hier in Tirol noch mehr leistung zur Verfügung zu stellen. Erst sollte es einen Konsens bei der Abschaltung der Atom-Kraftwerke geben, um die Wasser- und z.B. die Windkraft okologisch als auch okononmisch sinnvoll zu machen. Und dieser Konsens zur Abschaltung der Atomkraft muss staatenübergreifend stattfinden, denn Atomstrahlung kennt keine Grenzen.

Weilerswist (Deutschland)
So traurig mich das geplante Kraftwerksprojekt stimmt, so hoffnungsvoll stimmt mich die einhellige Ablehnung durch Einheimische UND Gäste, die beide den Wert dieser einzigartigen Naturlandschaft schätzen ! Wenn ich die "Weitsicht" der verantwortlichen Politiker im Allgmeinen betrachte, dann hoffe ich inständig, daß in diesem Fall endlich mal der Naturschutzgedanke über den schnöden Mammon siegt und der Kraftwerksplan durch den Widerstand der Betroffenen zu Fall kommt !....Lasst der Natur ihre Freiheit, sonst nimmt sie sich die Freiheit !
Bernd Pausch, Villach
Die Gemeinden Virgen und Prägraten planen um insgesammt 144 Mio. € (Preisbasis und Stand 2011) ein Kraftwerk, wobei der Großteil der Isel, dem letzten freifließenden Gletscherfluss der Alpen, für über 15km ausgeleitet werden soll. Wir von der Bürgerinitiative sind pro Isel und gegen das Kraftwerk Virgental, oder wie es von der PR-Firma umbenannt wurde "Kraftwerk Obere Isel".